Honal-Entdeckungen bei den NSDAP-Mitgliedern

Juni 4th, 2026

Seit März 2026 ist im Internet die Kartei der NSDAP-Mitglieder leicht enzusehen, vgl. Übersicht dazu bei Familia Austria.

Im „Deutschen Reich“ gab es im Jahr 1944 etwa 8,5 Millionen Mitglieder der NSDAP. Dies entsprach, bezogen auf die Gesamtbevölkerung, schätzungsweise etwa 10 bis 11 %. Bezogen auf die erwachsene Bevölkerung waren somit etwa 20%, also etwa jeder fünfte Deutsche, ein/e PG= Parteigenosse/in, wobei, über die „Alten Kämpfer“ von 1923 hinaus, später die Mitgliedschaft oft Opportunismus oder Karrieregründen geschuldet war.
Im Sudetenland gab es bis 1945 etwa 528.000 Beitritte, bei  3,1 Mill. Sudetendeutschen 17 %, bezogen auf die erwachsene Bevölkerung ca. 25%, also mehr als im „Alt-“ Reich aber weniger als oft vermutet, denn die Mitglieder der aufgelösten Sudtendeutschen Partei SdP rutschten nicht automatisch in die NSDAP.

Die Suche nach Honal in den NSDAP-Mitgliedskarteien brachte zwei mir bisher unbekannte Personen mit dem Namen Anna Honal (*1878-12-31 in Wien) und Fritz Honal (*als Martin Luis Fritz Honal am 19.11.1914 in OT Porbitz der Solestadt Bad Dürrenberg, bei Leipzig).

Die Herkunft des „Studenten“ Fritz Honal *1914 konnte durch Forschungsunterlagen des „Geheimen Preußischen Staatsarchivs Berlin“ geklärt werden: der Vater ist Ladislaus Honal, geb. 16. Dezember 1889 in Rokitzan, Böhmen, seine Mutter ist Elise Honal geb. Kokel, geb. am 4. März 1894 im Ortsteil Ostrau von Bad Dürrenberg.
Der Vater Ladislaus Honal war 1939 Kaufmann und Drogist in der Merseburger Str. 1 (Bad Dürrenberg) und wohnte nach dem Verzeichnis von 1940, wie Fritz Honal, in der Masurenstraße 2.
Nach dem Taufbuch von Rokitzan / Rokycany 1878-1894 ist Ladislaus am *16.Dez.1889 in Rokitzan #60 geboren als Sohn von Martin Honal (*1849-07-10) in Kornatitz / Kornatice #9 und dessen Ehefrau Elisabeth geborene Lindauer. In Kornatitz / Kornatice #9 bei Pilsen /Plzeň gibt es zahlreiche Honals, die über Josef, Mathes II, Mathes I, und Franz bis zu Lorenz Honal (1597 – 1680), dem Bruder meines direkten Vorfahren (10 Generationen) Martin Honal (1610 – 1680) zurückzuführen sind. Also gehört auch dieser entdeckte Fritz Honal zu dem Honal-Zweig aus Kornatitz bei Pilsen.

Ganz anders ist die Lage bei Anna Honal, denn die in der in der Münchner Parteizentrale abgetippte Karte der Zentralkartei enthält einen gravierenden Tippfehler. Das hätte eigentlich bemerkt werden können, denn Annas Ehemann Raimund war auch NSDAP-Mitglied und hatte im Lambach im Bezirk Oberösterreich ( = Gau Oberdonau) genau die gleiche Hausadresse wie Anna, nämlich Adolf-Hitler-Platz 16. In der Vorlage war das d bei Anna Hondl arg kurz geschrieben, noch kürzer als das d im Straßenname Adolf, was aber die Entdeckung des wirklichen Namens Hondl der Anna erleichterte. Dafür bedanke ich mich herzlich bei Maria Hollig, die den Übertragungs-Fehler bemerkte und mir korrekte Unterlagen übermittelte! Die Mitgliedskarte des Raimund Hondl aus Olmütz ist mein Beleg für den Fehler.

Der Großvater Konstantin von Raimund Hondl könnte aus Sobiesuk / Soběsuky ca. 40 km südlich von Olmütz / Olomouc in Mähren stammen und wird als Hon/Hondl aufgezeichnet, wohl weil dessen Vorfahren sich Hon schrieben. Hon heißt im Tschechischen Jagd, aber auch Hetze, Eile; ob das dl im schlesisch-mährischem Dialektraum ein Verkleinerungs-Anhang ist, so wie im Deutschen das l (für -lein) z. B. bei Stückl zu Stück?

76. Sudetendeutscher Tag 2026 in Brünn / Brno

April 16th, 2026

Mehr zum ersten Sudetendeutschen Tag in Tschechien, in dessen zweitgrößter Stadt, steht hier:

https://www.sudeten.de/aktuelles/76-sudetendeutscher-tag-in-bruenn

Wieder ein Honal-Rätsel

Juli 20th, 2025

Das Rätsel um das Inserat des Blasius Honal in Pilsen ist gelöst. Er gehört an den Anfang der Kette der Honals in Sachsen.
Hier kommt ein neues Honal-Rätsel: Im Leipziger Tagblatt vom 3. Sep. 1916 erschien auf S. 4 rechts unten dieses Inserat:

Trotz eifriger Suche wissen wir bisher noch nicht, wer die Marke Honal „gesetzlich schützen“ ließ und was die Deutschen Honal-Werke in Michendorf (südl. von Potsdam) von wann bis wann erzeugten.
Im Internet findet sich eine Meldung in der Allg. Deutschen Gärtnerzeitung vom vom 23. Juni 1917, Berlin auf S. 53 links unten, dass die Deutschen Honal-Werke in Michendorf getrocknete Brombeer-, Erdbeer-, Johannisbeer- und Waldmeisterblätter „laufend jedes Quantum“ aufkaufen.
Das „Industrie- und Handels-Adreßbuch für Groß-Berlin und die Mark Brandenburg“ von 1922 meldet auf S. 115 bei der Ware „Torf“: Michendorf (Mark): Deutsche Honalwerke – nichts bei Gulasch oder getrockneten Blätter.
Das „Brandenburgisches Landeshauptarchiv“ in Potsdam konnte auf meine Anfrage hin im „Adressbuch der Stadt Potsdam für 1919“ das auch Einträge für die Gemeinde Michendorf enthält, auf S. 520 ermitteln, dass der Fabrikant Gustav Schulz dort den Zusatz führt „Dtsch. Honal-Werke“ und die Adresse Michendorf, Potsdamer Str. 4 hat. Immerhin nun auch eine Adresse – allerdings wird die Gegend z. Zt. umgestaltet.

Dass Rätsel, um welchen Honal es bei der Marke Honal und den Deutschen Honalwerken in Michendorf im Land Brandenburg geht, bleibt noch ungelöst. Vielleicht ist etwas in privaten Nachlässen zu finden? Tipps bitte gerne an honal@gmx.de

Zwei Paare aus Silwarleut oo1922 und oo1977

Juni 18th, 2025

Meine mütterlichen Patzak-Großeltern lebten in Silwarleut 17, heute Teil von Königinhof a.d. Elbe in Ostböhmen. Wir haben sie bis 1945 von Prag aus, wo meine Familie seit 1938 in der Husinetzer Str. 2 lebte, oft besucht und wurden vom, nahe bei Silwarleut liegenden, Bahnhof Königinhof aus auch im August 1945 aus der Tschechoslowakei vertrieben. In Königinhof lernten sich meine Eltern Martha und Johann (Schani – ein Diminutiv von Jean / Johann – nannte ihn meine Mutter Marti) kennen; in der gotischen Dekanatskirche Johannes der Täufer in der Ortsmitte heirateten sie am 26. Dez.1936. Daher sind Silwarleut und Königinhof an der Elbe für meine Familie wichtige Orte – gerne pflegen wir dorthin Kontakte, auch zu ehemaligen „Silwarleutnern“.

In Königinhof lebten bzw. leben nach 1945 weiterhin Angehörige der Familie der jüngeren Schwester Elsa (1915-2000) meiner Mutter, die den deutschfreundlichen Tschechen Josef (Peppa) Gaber geheiratet hatte, mit den beiden Töchtern Marta (*1941, verh. Hrochová) und Hilda (*1942, verh. Giogasová) und deren Nachkommen.

Adalbert Fiedler *1893-04-23 aus Silwarleut (früher auch Silberleut bei Königinhof an der Elbe / Dvůr Králové nad Labem) heiratete 1922 Martha Schreiber *1897-03-12 aus Güntersdorf / Huntiřov; nach der schrecklichen Vertreibung 1945 lebten sie bis zum Tod 1971 bzw.1970 in Düren-Birkesdorf in NRW.

Viele Frauen aus Silwarleut, die dort in die, 1911 vom Deutschen Schulverein errichtete, einklassige Schule gingen, suchten und hielten nach 1945 Kontakt. Wie bei einem Klassentreffen kamen sie, auch mit Ehemännern und Kindern, fast jährlich in Westdeutschland zusammen.
Zwei Kinder dieser Silwarleutner Familien lernten sich dabei kennen und lieben: Edith Wirsam aus der Fiedler-Familie in Silwarleut und Erich Mathes, aus der Mathes-Familie in Silwarleut; 55 Jahre nach Ediths Großeltern Adallbert und Martha Fiedler, am 7. Juli 1977, heirateten Edith und Erich Mathes.
2025 durften wir sie persönlich bei einem Besuch kennenlernen. Silwarleut lebt fort – welche Freude!
(Quelle des Fotos: RGH..16.Jahrg.- Jan. 1963)

NB:
Die Schwester von Adalbert Fiedler ist Marie Patzak (* 28. Aug. 1890 in Silwarleut #18, † 8. Dez. 1931 in Silwarleut), die Ehefrau meines Onkels Franz Josef Patzak (1889 – 1939) aus Silwarleut #17.

Den Grabstein mit dem aus dem Jahr 1931 erhaltenen Foto von Marie legten Edith und Erich Mathes 2024 bei einem Besuch am Friedhof in Silvarleut wieder frei.

75. Sudetendeutscher Tag 2025 in Regensburg

Februar 14th, 2025

An Pfingsten 2025, vom Fr. 6. bis So. 8. Juni 2025, kamen, wie jedes Jahr, Gäste und Sudetendeutsche von nah und fern in ihrer Patenstadt Regensburg zusammen unter dem Motto „Aus Krieg und Vertreibung lernen. Für Frieden und Freiheit kämpfen.“ Mehr zum 75. ST hier.

In zwei Vorträgen am Sa. 7. und am So. 8. Juni 2025 konnte ich u.a. zeigen, wie auf klassischem Weg ( Sa. 7.Juni bei der Suche nach Philllip Leibl aus Lochutzen in Westböhmen) und auf alternativem Weg ( wenn Ort unbekannt, So. 8.Juni bei der Suche nach Veit Panek in Ostböhmen) in den gut zugänglichen Archiven in Tschechien Familienwurzeln zu finden sind.

Die Links zu den Notiz-Zetteln / handouts aus Regensburg 7./8. Juni 2025 sind hier.

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Zum Handout des Referats Augsburg 18./19 Mai 2024 hier

Spuren des Blasius Honal gefunden

April 15th, 2024

In meiner engeren Verwandtschaft im bis 1945 v.a. deutschsprachigen Honositz war das Geschäft für Herrenkleider am Pilsner Ringplatz 2-3 , neben dem Rathaus, nicht bekannt. Jetzt habe ich den Geburts- / Taufeintrag im Kirchenbuch 03 von Meschno / Mesno gefunden, das auch Kornatitz umfasst, 18 km südöstlich von Pilsen.

Auf den „Blasius Honal“ im Pilsner Fremdenblatt vom 26.April 1874, S. 4 kam ich durch eine Recherche in ANNO, einem Katalog digitalisierter historischer Zeitungen und Zeitschriften der Österreichischen Nationalbibliothek.

Dieser Blasius / Blažej ist als Sohn des Martin Honal und der Josefa Honal (geb. Šimková) am 23. Nov. 1846 in Kornatitz 9 geboren.  In diesem Haus gab es nach der Ortsgeschichte im Jahr 1838 einen Josef Honal, als der Ort erst 31 Häuser hatte. Es war der am 25. Okt. 1784 geborenen Großvater von Blasius. Hier ein Ausschnitt aus der Skizze zum sog. Franziszeischer Kataster von ca. 1850

Nach dem Kirchenbuch 04 von Brenn-Poritschen /Spálené Poříčí war bereits am 26. Aug. 1724 in Kornatitz ein Maties / Matthias Honal dessen Vater den gleichen Namen hatte, geboren worden, der Urgroßvater des Blasius Honal. Die o.g. Ortsgeschichte schreibt irrtümlich Mates Homolka. Recherchen in die „neuere Zeit“ bringen die Nachkommen von Blasius Honal ans Licht: Sein Sohn war Josef Honal (*7. Aug. 1871 in Pilsen, Schneidermeister) , sein Enkel Ottokar Honal (*18. Jul. 1892 in Elbogen / Loket in der Region Karlsbad). Ottokar zog weiter nach Norden. Er heiratete Martha Rosa Scheller aus Bernsbach/ Erzgebirgskreis / Sachsen und starb dort am 19. Mrz. 1972 mit 79 Jahren. Er begründete eine Honal-Linie in Sachsen, denn am 7. Apr. 1930 kam in Bernsbach Emil Richard Honal auf die Welt.

Während andere Kinder wohl in Sachsen verblieben sind – da ist noch Forschung nötig – zog Emil Richard, wie sein Vater, seiner Ehefrau nach. Das war bei Emil eine Helga Hildegard Murenz, die am 27. Okt. 1933 in Gelsenkirchen im Ruhrgebiet Westdeutschlands geboren ist. Emil Richard starb am 7. Nov. 2001 (mit 71 Jahren) in Neufeld Rheurdt bei Neukirchen-Vluyn. Dieser Ort liegt im Kreis Wesel am unteren Niederrhein im Nordwesten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen in Deutschland. Daher gibt es Honals, wie die Namensverteilungskarten zeigen, auch im Kreis Wesel.

Traurige Nachricht

November 29th, 2023

Unser Cousin und Motor des großen „Patzakbuchs“ zur Familie der Barockbildhauer Patzak, Dr. Heinz Patzak, ist am 28. Nov. 23 in Wien nach einer langen schweren Krankheit gestorben. R.I.P.

Die Verlegung des dem „Patzakbuch“ vorherlaufenden eigenen, englischsprachigen „Patzakbooks“ , des Kunst- und Reisebuchs „Journeys in Bohemia’s Inspired Landscapes“, konnte er noch erleben. Sein vor ihm verstorbener jüngerer Bruder Peter Patzak erfuhr von Václav Havel („Sie tragen den Namen eines großen Künstlers“), dass zwar er Havel aber nur wenige Tschechen den früher berühmten ostböhmischen Barockbildhauer Patzak kennen, dass sich das aber ändern müsse. Diesen Auftrag übernahm Heinz – wir werden ihn in seinem und Havels Sinne weiterführen, damit deren Kunst weiter erforscht, besser bekannt bzw. zugänglich und für die Nachwelt gerettet wird.

Mit Heiner Honal feierten wir den 100. GTag – am 22.Dez.2025 ist er mit 102 Jahren verstorben

November 17th, 2023

Das habe ich noch nicht erlebt: Einem Cousin aus meiner engeren Verwandtschaft (Honal. Turnwald, Patzak, Bečvar; Sauer, Elter), dem Heiner Honal aus Honositz / Honezovice #24, dort geboren am 7. Okt. 1923, konnte ich zum 100. Geburtstag herzlich gratulieren und beim Feiern mit vielen Verwandten Gespräche führen.

Heiner (Heinrich Franz) ist der Sohn von Jakob Honal (*8. Nov. 1890 in Honositz / Honezovice #29, † mit 64 Jahren am 18. Apr. 1955 in Reith bei Reisbach , Niederbayern) und der schon mit 41 Jahren am 30. Aug. 1938 verstorbenen Marie Honal (als Marie Schwarz am 3. Juli 1897 in Honositz / Honezovice #37 geboren). Heinrich hatte diese 4 Geschwister, die wie er alle in Honositz #24 geboren, aber wie Alfred, der Lehrer werden wollte, im WK II gefallen  oder in verschiedenen Orten Süddeutschlands verstorben sind: Alfred (1921 … 1945 in Russland) , Gerhard (1922 …2000 in Erlangen) , Walter (1926… 2022 in Stuttgart) und Maria (Mici verh. Ammering, 1928 …. 2008 in Ludwigsburg).

So sah die Familie Jakob und Maria Honal mit ihren 5 Kindern 1931 in Honositz  aus:

 

Auch die Stadt Oberasbach bei Nürnberg, in der Heiner Honal mit Frau und zwei Töchtern seit 1963 lebt, gratulierte ihm herzlich zu diesem außergewöhnlichen Ehrentag.
„Mit Heinrich Honal feiert ein über viele Jahrzehnte in Oberasbach vielseitig engagierter Mitbürger seinen 100. Geburtstag.“
Ferner teilt die Stadt mit: „Für sein Engagement bei den Heimatvertriebenen und v.a.  beim VdK wurde Heinrich Honal im Jahr 2000 von Bundespräsident Johannes Rau mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet.“ ..

„Heiner ist für mich ein sehr großes Vorbild für Versöhnung und das Lebensprinzip, nicht nachzulassen“, sagt Erste Bürgermeisterin Birgit Huber über den Jubilar.

Heinrich Honal tanzte gerne bis ins hohe Alter – das hat ihn fit gehalten.
Das Bild zeigt den 100-jährigen mit der Enkelin Alexandra beim Wiener Walzer.

Seinen (einzigen) Geburtstagswunsch, ihm das neue Sudetendeutsche Museum in München zu zeigen, haben wir ihm am 11. Nov. 23 erfüllt. Er war begeistert, wie gut und sachgerecht dort Leben und Geschichte, Freud und Leid dargestellt werden.

Birgit Huber, die Erste Bürgermeisterin der Stadt Oberasbach schreibt zu Heiners Tod 2025: „Die Stadt Oberasbach nimmt voller Dankbarkeit Abschied von Herrn Heinrich Honal, Träger der Bürgermedaille der Stadt Oberasbach. Wir trauern um eine hochverdiente Persönlichkeit, der wir stets ein ehrendes Andenken bewahren werden.
Zuletzt ermöglichte er als Hauptsponsor die Anschaffung einer zweiten E-Radrikscha für das Projekt ,Radeln ohne Alter‘, das Heinrich Honal sehr wichtig war. Ihm zu Ehren trägt das Gefährt den Namen Heiner.“ (Im Bild in Radrikscha Anfang Dez. 2025)

Patzak-Kunstwerk im Blick

Januar 22nd, 2023

Beim Musiksommer in der Augustiner Kirche im ostböhmischen Hohenelbe / Vrchlabí (jährlich Juli bis Sept.) – das ist eine Reihe klassischer Musikkonzerte, mehr dazu cz hier – ist immer auch, rechts vorne, der fulminate Kreuzaltar von Georg F. Patzak / Jiří F. Pacák  (* 1670 – 1742) im Blick.   Ein Besuch ist sehr zu empfehlen, ganz unabhängig davon, dass er als Deutsch-Böhme zu meiner mütterlichen Patzak-Verwandtschaft aus dem Kreis Trautenau / Trutnov gehört.

Bayer sucht Leibl

Januar 12th, 2023

Nicht in jedem „böhmischen Dorf“ hat sich ein Schreiber die Mühe gemacht, vor 1945 für alle bewohnten Häuser deren Belegung und Vererbung bzw. Weitergabe zu erforschen und aufzuschreiben.

In Lochutzen, Landkreis Mies, hat das Josef Wech unternommen; seine Nachfahren haben mir die Nutzung dieser Listen eingeräumt. Da aber 400 Ehepaare und deren zahlreichen Kinder und deren Ehepartner nicht so schnell digital zu erfassen sind, habe ich als Aufruf zur Mitarbeit die Seite www.lochutzen.de ins Netz gestellt.

Als Anreiz stehen für vier Häuser bereits die Namen auf der Seite. Mister Google findet gelegentlich solche Namen und so ergab sich eine Anfrage von einem Herrn Bayer, der in den Unterlagen des verstorbenen Vaters ( aus Mantau) passende Leibls fand – im Haus #24 in Lochutzen. Die Wechsche Hausliste zeigte dann nicht nur den passenden Seite sondern auch dessen Angehörige und Vorfahren – Glückstreffer!

Und da steht sogar in der 6. Zeile von unten, dass die jüngste Tochter des Martin Leibl (Urgroßvater meines Vaters), die Maria Leibl, einen Michael Bayer (von Josef Wech als Bajer notiert) in Mantau heiratete. Natürlich braucht’s dazu einen weiteren Beleg aus dem Kirchenbuch:

Sterbeurkunde Maria Bayer, geb. Leibl

Was nicht absehbar war: der „Klient“ ist also mein Vetter 2. Grades. Diese Tochter Maria Leibl, geb. am 4.Sep. 1859 – war nämlich seine Urgroßmutter! So klein ist die Welt…

Da sein Bayer-Großvater eine Theresia Maißer aus Lellowa heiratet und die älteste Schwester Anna meines Vaters den Bruder Johann dieser Theresia Maißer heiratet, ist mein „Klient“ zusätzlich auch noch der Enkel der Schwester meines Onkels. Schon a bisserl kompliziert, aber überraschend.