Patzak / Pacák: Europäische Kultur / Evropská kultura / European culture 1710 – 1750

November 7th, 2017

Meine väterlichen Vorfahren (Honal, Turnwald, Stahl , Leibl …) kommen aus Westböhmen, meine mütterlichen Vorfahren (Patzak, Bečvár, Panek, Pitař …) aus Ostböhmen, ich selbst bin ein deutscher Prager, dort 1942 im sog. Protektorat geboren. Weil wir Deutsche waren, mussten wir, nach dem von Hitler-Deutschland verbrochenen, entsetzlichen 2. Weltkrieg, wie 3 Mill. andere, unsere Heimat verlassen, in der meine Vorfahren seit langem lebten, vermutlich aus der Oberpfalz bzw. Schlesien vor 1600 zur Besiedlung vor allem der bergigen, bewaldeten Regionen und Städte von böhmischen Fürsten nach Böhmen gerufen. Über 400 Jahren lebten sie da und gestaltenen Böhmen mit:

Am 6. Aug. 1945  früh um 6 Uhr in Königinhof an der Elbe (Dvůr Králové nad Labem) ging es los – in Güterwaggons, zu Fuß und ab Schmilka mit Schiffen, immer der Elbe entlang. 4 von 5 unserer Familie haben diese entsetzlich Verbrechen der sog. „Wilden Vertreibung“ überlebt, die nicht spontan erfolgte, sondern von bestimmten Rotarmisten, Russen und deren tschechischen Helfern, organisiert waren.

Seit 1962 lebe ich mit einer großen Familie glücklich an der Isar bei München, denn schon im März 1946 konnten wir das Elbtal nach Süden, nach Amberg in der Oberpfalz, verlassen und dort mit unserem Vater wieder  zusammentreffen. Als „Antifaschist“ wurde er bald aus der Kriegsgefangenschaft  entlassen, aber nicht nach Hause, sondern 100 km östlich davon nach Amberg im benachbarten Bayern.

Heute weiß ich, welche Schönheit an böhmischer Kultur, gemeinsam von Menschen die Deutsch, Tschechisch oder Italienisch sprachen, in der Landschaft Tschechiens im Barock geschaffen wurde. Die Bildhauerfamilie Patzak war im 18. Jahrhundert da auch dabei. Ihr europäisches Kulturerbe gilt es, über Grenzen verständigend und versöhnend, wieder zu entdecken:
Barocke Statuen der Patzaks in der Landschaft bewahren
Barokní sochy patzaků v krajině zachovat
Preserve baroque sculptures of Patzaks in the landscape
Vortrag (dt. hier vorhanden) / přednáška  (cz. zde prosím) / speech, edited  (engl. click here)
( 2017-11-09 Vortrag   Gliederung hier  / přednáška   rozvržení zde)

Präsentation / prezentační (dt. & cz.)

Programm (dt.) / program  (cz.) der internationalen Konferenz / Mezinárodní konference  SACRUM2017

Zum geplanten Buch: mehr hier / Plánovaná kniha: více zde

Rückfragen an / dotazy / questions to wehonal@gmail.com

Anna & Johann Honal vor 1600 in Kostelzen

August 29th, 2017

Grundbuch Kostelzen 1611-1699Der Eintrag „Nr. 9 Grunth Honalowsteg“ (Grund der Honals), Bild 120 ff  im Grundbuch zu Kostelzen (Kostelec u Stříbra), zeigt, dass die Witwe Anna Honal mit ihren Söhnen Johann Honal, Matthias Honal, Bäcker in Kladrau 10, an deren Bruder Bartl Honal in Kostelzen den Honal-Grund (bzw.  Markus-Grund) verkaufen. Sein Sohn Martin Honal war beim Kauf, also vor 1627,  schon in Honositz verheiratet, der Märtel am Wltschkenhof (s. hier). Auch Bartls Schwestern Lucia  und Katharina werden in Raten ausbezahlt.  Anna Honal ist um 1630 gestorben, ihr Ehemann Johann Honal wohl schon vor 1606. Dieses Eheleute Anna u. Johann Honal sind sicher vor 1600, etwa um 1560 geboren, lebten in Kostelzen; sie sind nach meinen Unterlagen die bisher frühesten nachweisbaren deutsch-böhmischen Honals in Böhmen.  Mehr dazu hier.

Märtel Honal vor 1627 in Honositz

Dezember 17th, 2016

Am  22. Nov. 1654 übergibt Märtel Honal seinem Sohn Martin Honal den  Wltschkenhof in Honositz (Honezovice) Quelle: Grundbuch Bischofteinitz K 405 1615 … 1663 (S. 47, Bild 55 v. 146), Teil Honositz:

Der Hofname Wltschken  dürfte mit dem tschechischen Wort für Schäferhund (äthiopischer Wolfshund = Vlček) zusammenhängen.

Da Märtl die im heutigen Mittel-/Oberfranken gebräuchliche Kurzform für Martin ist, ließe sich über eine Herkunft der Familie des Vaters aus Franken spekulieren. Nach dem Grundbuch zu Kostelzen sind Märtls Eltern Bartl und Katharina Honal, die Großeltern Johann und Anna Honal aus diesem Kostelzen, die schon vor 1580 geboren sein müssen. 1627 wird im dort Grundbuch vermerkt, dass Martin (= Märtl) in Honositz mit Maria. geb. Pospy (?) verheiratet ist.

Die Honositzer Ortsgeschichte mit der Aussage: „Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618- 1648) wurde der verödete Ort durch Deutsche wieder besiedelt.“ muss wohl umgeschrieben werden.

Gisbert Lawitzky forscht in den Grundbüchern und Urbaren der Gegend. Er hat herausgebracht, dass der o. g. Märtl-Sohn Martin diesen Wltschkenhofs in Honositz 1693 an seinen Sohn Thomas Honal übergibt: der zahlt seinen Bruder Jakob aus. Der Sohn des Thomas ist dann ein Simon Honal. Nach dem Kirchenbuch Kladrau 03 1700-1749, S. 96 stirbt dort am 5.Okt.1738 mit 62 J. ein Simon Honal, der Vater des Johann Georg Honal, der am 19.Nov.1748 in Kladrau die Salomena Richterin heiratet.

Hans Honal, Honositz 1736

November 29th, 2016

Im Grundbuch zu Honositz (Honezovice) 1666-1806 (Signatur: K 421, Ursprünglich: Grundbuch XI, Bischofteinitz / Horšovský Týn 62)  findet sich auf S. 146 (digtales Bild 129 v. 205, re. u. ) dieser Eintrag vom 4. Jan. 1736:

hans-honal_grundbuch-honositz_1736-01-04_s146_b129v205

Neue Verwandte: Erbert und Radda

Februar 2nd, 2016

Mit der Einspeisung des Archivs Zamrsk vom 4. Mai 18 habe ich in den Kirchenbüchern sign 35-4539 und sign 35-7 aus Königinhof a. d. Elbe (Dvůr Králové nad Labem, Kreis Trautenau, Ostböhmen) beim Taufeintrag zu Silwarleut (heute Königinhofer Ortsteil Sylvárov) meines Großvaters Wilhelm Patzak von 1864 († 1946 bei Wittenberg, Sachsen-Anhalt, in Folge unserer Vertreibung vom 6. Aug. 1945) zwei für mich neue Familiennamen meiner Ururgroßmütter belegen können:
Panek-Eva_Koeniginhof_UrGrM_N-ca-1830_M-bei-Taufe-Wilhelm-1864_sign35-4539-Bild-221-v-383-mi2Radda mit Anna  Radda, geb. ca. 1800, gehört als Ehefrau des Veit Panek über ihre Tochter,  meine Uroma Eva Panek,  zu meiner Verwandtschaft.  Radda kommt aber auch in der weiteren Patzak-Linie vor: Anna Maria Radda aus Liebthal / Libotov 42 ist die Schwiegermutter meines Ururgroßvaters Josef Patzak und die Rosalia Radda, Tochter des Ignaz Radda aus Liebthal 51,  ist seine Mutter. Heute gibt es in der ČR den Namen Radda + Raddová   33+50 = 83  mal [27. Mai 2016]. Das dichteste Vorkommen ist in Starkenbach in Nordböhmen.

Patzak-Josef_Leuten_UrGrV_N-ca-1820_V-bei-Taufe-Wilhelm-1864_sign35-4539-Bild-221-v-383-mi1Erbert mit (Maria) Magdalena Erbrt(ová),  geb. 1801-10-27, gehört direkt als meine Ururgroßmutter zu meiner Patzak-Verwandtschaft, ihr Vater ist Franz Erbert aus Silvarleut 11.
Heute gibt es in der ČR den Namen Erbert+ Erbertová  35+31 = 66  mal mit dem dichtesten Vorkommen in Münchengrätz in Mittelböhmen. 14 mal gibt es auch die Variante Erbrtová und 17 mal Erbrt [2. Feb. 2016] mit einer starken Verbreitung in Ostböhmen. Das spräche für die Übersetzung Erbrt.  Im Kirchenbuch von Königinhof incl. Silwarleut habe ich aber bisher nur als männliche Form Erbert, Erberth sowie Erben und nicht Erbrt gefunden. Da der Vater eindeutig als Erbert zu lesen ist, werde ich  „rozené Erbrtové“ (Nominativ: Erbrtová)  mit dem dann zutreffenden „geborene Erbert“ übersetzen. Für deutschsprechende Böhmen geht ohnehin Erbert leichter als Erbrt über die Lippen.

Es bleibt also noch viel zu klären und per Hand ohne Index-Hilfe mit den 48 Kirchenbüchern aus der eingangs genannten Zamrsker Inventarliste S. 376 – 386 zu erforschen. Und dann werte ich noch die Kirchenbücher von Dubenetz aus, denn dorthin war Leuten (Žirecká Podstráň), die Heimat meiner Patzak-Urgroßeltern (Kataster  mit Flurbzeichnungen von 1841) und auch Willantitz (Vilantice), Geburtsort (1888) meiner Großmutter Filomena Becvar, eingepfarrt.

Wer Anna bzw. Magdalena oder andere Personen mit dem Namen Erbert  bzw. Radda im 17. / 18. Jh. in Ostböhmen kennt, möge sich bitte melden bei honal@gmx.de  – Danke im Voraus.

Kladrau 1600: Matthias Honal

Dezember 15th, 2014

1600-GB-Kladrau_Honal-Matthias_n14_kMein erster Versuch, Ende November 2014 einmal Urkunden mit Bezug zur eigenen Familie auch  außerhalb der Matriken in den Kirchenbüchern aufzustöbern, war im sehr freundlichen  staatlichen Kreisarchiv (8OA) Tachau erfolgreich. Im Grundbuch der Stadt Kladrau bei Mies (č: Kladruby u Stříbra) zeigt ein  Eintrag aus dem Jahr (= Leta) 1600, dass der Bäcker Matthias Honal zusammen mit seiner Frau Brygida (Brigitte) von Matthias Panlik dort Grund erworben hat. Im Zunftbuch  der Stadt Kladrau fanden sich im Archiv auch wieder Bäckermeister mit dem Namen Honal. Diese Bäcker-Linie lässt sich bis zu den zuletzt  1945 in Kladrau lebenden Honals verfolgen.  Da sie Deutsche waren, wurden sie nach 345 Jahren von (aufgehetzten) tschechischen Kommunisten aus ihrer böhmischen Heimat vertrieben. Wer versteht das heute noch?

Im Raum Pilsen gibt es einíge Honals

September 20th, 2014

Honal_JanK_oo1900_Marie_21-4oREs bleibt spannend, weitere Verbindungen zu in Tschechien lebenden Familien Honal zu finden, die im Internet teilweise gut dokumentiert und bebildert sind.  Für den Raum Pilsen sollten dafür die Voraussetzungen gut sein.

Während, über Simon Honal und Johann / Jan Honal aus Kwitschowitz (cz: Kvíčovice),  z. B. der Pilsner Arzt  MUDr. Jan Honal (*1953, Stellvertretender Chefarzt der Chirurgie im Mulačova Krankenhaus) sicher in unsere Verwandtschaft gehört, ist das bei diesem feschen Brautpaar von 1900 etwas verzwickter:  Es ist Jan Křtitel  (= Johann Baptist) Honal  (*1876-07-10,  †1930-04-30 jeweils Pilsen) mit seiner Frau Marie geb. Frundlová.   Mehr dazu hier

Hans Honal aus Kladrau † 1945

August 29th, 2014

Honal_Johann_1893-1945_Passbild_913

Nicht nur ich forsche nach Hans Honal (*1893-06-06, in Kladrau, oo mit Luise Anna Gotschy *1894-04-01 in Kladrau, Tochter Anneliese * 20. Feb. 1926 in Kladrau 80,  † 16. Aug. 1978 in München mit dem Ehenamen Gatscha, Sohn Edgar Honal  *1924-02-14 in Prag). Sechs Generationen vor uns haben wir beide den gleichen  direkten Vorfahren Johann Honal, *1750.  Da  Hans Honal 1945 amtierender Bürgermeister von Kladrau war, gibt es ein öffentliches Interesse an seiner Person.  Mehr dazu hier.

 

Honal-Cousin bei Prag

Juli 29th, 2014

 

Honal_Prokop_1802-1882-Mrz-6_Sterbe-Eintrag_Hradec15_B110-185_Details_414 Zu meiner großen Freude hat Karel Honal (*1947) eine tschechische  Honal-Web-Site bei  myheritage angelegt.

Nach einigen E-Mails (in english) hin und her ist klar, dass Karel Honal als mein Cousin 4. Grades direkt mit uns Honositzer Honals verwandt ist. Unser gemeinsamer Vorfahre ist Prokop Honal, (*1802-03-29  in Honositz,  oo 1826-11-14 in Hradzen mit Margaretha Ryba,  †1882-03-06  in Honositz, dessen Sterbeurkunde habe ich nun über portafontium gefunden, vgl. Bild). Er ist 80 J. gestorben.

Mehr dazu hier

Aufschlussreiche Kataster-Skizzen von 1840

Februar 13th, 2014

Haus_3Die vorbildlichen Seiten des tschechischen Zentralarchivs für Vermessung, Kartierung und Kataster (kooperierend mit dem  Nationalarchiv in Prag)  zeigen die Namen der Flurbesitzer im sog. Stabilen Kataster

Das Bild zeigt einen Ausschnitt von Silvarleut (cz:  Sylvarov), das 1841 „Silberleuth“ hieß.

Noch sind nicht alle Gebiete erschlossen, seit April 2014 ist aber auch der für Honal wichtige Ort Honositz , cz: Honezovice dabei.  Mehr zum Kataster  und zu Ergebnissen für unsere Stammfamilien Honal,  Panek, Patzak, Stahl und Turnwald per Klick hier.