Familien Honal

Bis Sept. 2014 habe ich mit dem Freeware – Programm Familienbande  (ohne Ärger) insgesamt 734 Verwandte (i.w.S.) erfasst und versucht, sie in einen „Familienbaum“ einzufügen.

Darunter sind 151 Personen mit dem Nachnamen Honal und  mit dessen Vorläufernamen Honnal. Weitere Vorfahren im Honal-Turnwald-Stamm heißen in alphabetischer Folge: Leibl, Manlik, Richter, Ryba , Schiller, Stahl, Stengl (auch Stängl) und Wech. Die Schwestern meines Vaters haben durch Heirat die Namen Maißer, Guldan und Schwarz bekommen, so dass, über deren zahlreiche Kinder, auch  solche Nachnamen zur Verwandtschaft gehören.

Meine Honal-Vorfahren lebten seit mindestens 400 Jahren in Westböhmen in der Gegend um Mies / Stříbro (das liegt heute im Kreis Tachau / okres Tachov)  z. B. in Kladrau / Kladruby,  in Honositz / Honezovice (heute im Kreis Pilsen-Süd / Okres Plzeň-jih).und in  Lochutzen / Lochousice (heute im Kreis Pilsen-Nord / Okres Plzeň-sever). Soweit sie im 20. Jh. für „deutsch“  votierten (in Honositz waren das 98% der Einwohner), wurden sie nach dem 2. Weltkrieg ab Mai 1945 aus Tschechien vertrieben.


Transportlisten
Den genauen Weg des Abtransports z. B. meiner Großeltern Wenzel und  Margarete Honal zeigt die Sammlung der sog. „Flüchtlings-Transporte“ des Jahres 1946, die Wilhelm Jun aus Augsburg (seine Version 2009) der VSFF im Jahr  2016  als Verzeichnis-Vertreibungstransporte-1946_V9  (pdf mit 257 S.) überlassen hat. Sie enthält keine Namen der Vertriebenen sondern die Abgangs- und Zielorte,  Grenzankunft, Personenzahl von 1.832 Transporte des Jahres 1946, die aus den heutigen Ländern: Tschechische Republik, Österreich, Ungarn und der Slowakei in die Gebiete der amerikanischen (Bayern – 787.934 Personen, Nord-Württemberg, Nord-Baden, Großhessen) und sowjetischen Besatzungszone (später DDR) geleitet wurden.

Die folgenden zwei Bilder zeigen, auch aus Gründen des Datenschutzes,  nur die ältesten 6 Generationen Honal, die so früh geboren sind, dass sie wohl alle nicht mehr am Leben sind. Die fettgedruckten Namen zeigen an, dass es Vorfahren in meiner direkten Linie sind, dazu gehören mütterlicherseits auch Namen wie Patzak und Panek:

Nachfahrenliste_Honal_I_211Nachfahrenliste_Honal_II_211
Unter genealogy.net ist der Stammbaum meines verstorbenen Vaters Johann Honal (*1909 Lochutzen) zu finden. Jüngere Daten habe ich auch, sie stehen aber nicht im Web.

Zu den frühen Vorfahren Johann und Anna Honal  habe ich nun im Kirchenbuch Hradec 01 (Geburten 1706 … 1768) von Hradzen, dem Pfarrdorf von Honositz, diesen Geburtseintrag eines Sohnes Johann Honal * 19. Juni 1737 in Honositz gefunden, der dann vermutlich der Vater des Victorinus und des Thomas Honal ist:

Honal_Johann_1737-06-19_V_Johann_M_Anna_Honositz_Hradec01_B47v170_Detail_n14

Aus der Sicht meiner drei Söhne sind in die Familie Honal Namen dazugekommen wie Sauer und Elter.  Die  Ehefrauen der Söhne bringen die Namen Wobig und Jung,  Riedmeier und Linckh,  sowie  Weibel und Fillies  in die Großfamilie ein.

Im Heimatbuch „Die Gemeinden des Landkreises Mies“ (3., verbesserte Auflage – Dinkelsbühl 2008) finden sich Namen meiner väterlichen Vorfahren Honal und Turnwald sowohl auf S. 69ff (Honositz), auf S. 135 in (Lochutzen) als auch in Gottowitz und Dorf Tuschkau. Die Bezüge zu den Honals und Turnwalds an anderen Orten des Kreises Mies z. B.  Honal in Auherzen (cz: Auherzen), Gibacht (cz: Pozorka) , Kladrau (cz: Kladruby) , Lissowa (cz: Lisov), Mirschowitz, Stich (cz: Vstiš), Strelitz (cz: Střelice), Untersekerschan  (cz: Dolni Sekyřany) und Worhabschen (cz: Vrhaveč)  und des Kreise Bischofteinitz  (z. B. Radelstein, Kwitschowitz, Mogolzen) und Pilsen sind  (mir) noch unklar;  vermutlich gibt es sie, da der Name Honal ausreichend selten ist.

Karel Honal aus Mělník
Eine Verbindung über Honositz und Kwitschowitz (im damaligen Kreis Bischofteinitz)  hat sich nun gefunden: Die von  Karel Honal (*1947) angelegte und gut gepflegte  Honal-Web-Site  hat mich weitergeführt;  Karel  ist als Cousin 4. Grades direkt mit uns, z. B. den Enkeln des Honal Wenzel  (*1875 in Honositz) verwandt. Unser gemeinsamer Vorfahre ist Prokop Honal, (*1802-03-29 in Honositz,  oo 1826-11-14 in Hradzen mit Margaretha Ryba,  † 1882-03-06  in Honositz), Vater der Katharina Honal, die als Ehefrau des Josef Stahl meine Ururgroßmutter ist. Aus Karels Sicht ist Prokop über Jakob Honal der Großvater von Simon Honal (*1855-01-10 in Honositz, oo 1879-09-02 mit Anna Neubauer, † 1909-04-11 in Honositz).  Simon Honal ist über Karl / Karel Honal I (*1923-11-08 in Kwitschowitz  – č  Kvíčovice ,  † 1996-11-07 in Klattau – č: Klatovy) der Großvater von dem in der Überschrift genannten  Karel Honal II (*1947 in Mělník ,  40 km  nördlich von Prag).

Dieser o.g. Simon (*1855) hatte mit Anna Neubauer eine Tochter Maria (1892-12-22), die 1913 den Tschechen Petrik heiratete und daher auch nach dem WK II noch in Honositz leben konnte ( † 1963-12-28 in Honositz 46, dem früheren Petrik-Haus), Simon und Anna hatten neben dieser Tochter Maria die 4 Söhne  Georg,  Jakob, Wenzel und Simon. Dieser jüngste Sohn mit dem Vornamen des Vaters,  Simon Honal (*1899-02-16, † 1969-08-22) war Schmied und Landwirt in Kwitschowitz , wo er bis 1969, ohne Vertreibung oder Aussiedelung, leben konnte.  Wieso  ist Simon, im Gegensatz zu seinen in Honositz # 29  geborenen Geschwistern, in Kwitschowitz geboren und aufgewachsen? Hat  der Vater (zeitweise?)  dort gelebt, er ist ja in Honositz gestorben?

Honal_Maria_geb-Kramer_1900-12-24_Kopfbild_914Mit seiner Ehefrau Marie geb. Kramer (*1900-12-24. † 1988-12-23, siehe Bild) hatte der zuletzt genannte Simon drei Kinder: die zwei Söhne Karl / Karel I  (s.o.) und Johann / Jan (*1925-06-25, † 1988-09-22 jeweils in Kwitschowitz) und die Tochter Marie (*1927, lebt noch).

Johann / Jan I  (*1925) ist der Vater des Pilsner Arztes MuDr. Jan Honal, *1953)

Diese drei Kinder und ihre Familien blieben in Tschechien.  Im Gegensatz zum Kirchdorf Holleischen hatte Kwitschowitz immer schon überwiegend tschechische Einwohner. Darum konnten diese Familien aus Kwitschowitz, im Gegensatz z. B. zu uns Honositzer Wenzel-Honal-Nachfahren, in Tschechien bleiben. Karel hat von seiner Tante Maria (*1927) erfahren, dass sie Anfang der Zwanziger Jahren wie viele Deutsch-Böhmen, für die das nach der Gründung der Tschechoslowakischen Republik (Československá republika, ČSR)  vorteilhaft war (z. B. Schulbesuch der Kinder),  für „tschechisch“ votierten, damit besser leben und so auch nach dem WK II bleiben konnten.
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Fortsetzung Pilsner Honal

Zum dem Pilsner Brautpaar  Jan Křtitel  (= Johann Baptist) Honal  (*1876-07-10,  †1930-04-30 jeweils Pilsen) mit seiner Frau Marie geb. Frundlová gibt es weitere Informationen:

Der Vater des Bräutigams ist  Josef Honal (*1844-02-20 in Kornatitz 56) , sicher  Sohn des Postillions  Johann / Jan Honal (Urkunde s. unten) und Enkel eines Josef Honal (*1784-12-25, †1807-11-22) aus Kornatitz 37. Die Tätigkeit im Postdienst  macht wie die beim Militär oder in der Lehrer- / Beamtenlaufbahn eine Verwandtschaft schon wahrscheinlicher. Sie brachten die Honals aus dem Dorf Honositz und vom westböhmischen Kladrau,  wo sie schon in Urkunden um 1630 genannt werden,  in die Stadt Pilsen und deren Umgebung.  Bei Josefs (*1784)  Vater Matthias (Matěj) Honal könnten dann die Spuren Richtung Kladrau führen. Er ist 1816-07-09 in Kornatitz 9 gestorben;  nach der Dana Brno Web  Site bei MyHeritage soll er 1770-05-21 Katharina Poustkova  und zuvor eine Polexina (†1770) geheiratet haben; also ist er wohl etwa um 1730 geboren – aber wo?  Wer sind seine Eltern?

Honal_Josef_1844-02-20_Kornatitz-56_komplett_quer_914

Pilsen ist 2015 europäische Kulturhauptstadt – vielleicht auch eine Chance für die Kultur der Familienforschung?

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Forsetzung zu Honals in Kladrau

Honal_Johann_1893-1945_Passbild_913Heinz Heinrich Gotschy aus Kladrau (Kladruby u Stříbra), der auch  Familiendaten auf  myheritage sammelt, hat mir neulich freundlicherweise  dieses Foto von Hans Honal (*1893) überlassen. Bei meinem Besuch in Kladrau 2009 fragte mich ein tschechischer Historiker wegen seines Forschungsprojektes nach so einem Bildchen. Ich war leicht irritiert, denn auch mein Vater (*1909) , der 10 km südöstlich von Kladrau geboren und aufgewachsen ist,  heißt Hans Honal; ein Bild von ihm hätte ich 2009 schon gehabt.

Wer forscht warum nach Hans Honal (*1893-06-06, in Kladrau, oo mit Luise Anna Gotschy *1894-04-01 in Kladrau, gemeinsamer Sohn Edgar Honal  *1924-02-14 in Prag, Tochter Anneliese ) ?

Kladrau_Stadtfest_Tag_813 Die Lösung steht in der Kladrauer Ortsgeschichte: Hans Honal hat als amtierender Bürgermeister von Kladrau 1945 beim Anrücken der Amerikanern rechtzeitig die Straßensperren beseitigen lassen und so das Städtchen vor größerem Schaden bewahrt; er übergab den Ort dem amerikanischem Kommando:  „Německý starosta Hans Honal předal obec americkému veliteli.“

Diese Rettungsaktion hat allerdings nicht verhindert, dass er 1945-07-19 im  tschechischen Lager Miröschau bei Rokytzan (Mirošov u Rokycan)   zu Tode kam.  Leider gab es kein  Gerichtsverfahren, dass sein Verhalten den Mitmenschen gegenüber  vor und unter dem Nazi-Protektorat in Böhmen gerecht beurteilt hätte.  Seine Frau kam, auch ohne Gerichtsverfahren,  am 1945-10-30 in einem Arbeitslager um.  Einen Grabstein für Hans Honal gibt es nicht, denn im Schloss Miröschau (Internierungslager) wurden die Opfer in „einem Massengrab im Schlosspark verscharrt“.  Quelle: Wikipedia  [2014-08-28] und Totenliste. Hier ist wirklich noch historische Aufarbeitung  nötig.
Wer mehr zur Linie Honal beitragen kann oder wissen will, möge mir bitte ein E-Mail schreiben.

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